kap Hoorn Art

Mitte Mai habe ich auf der Kap Hoorn Art »die Neunte« zusammen mit 70 anderen Künstlerinnen und Künstlern drei Werke zum diesjährigen Thema »konTЯAste« ausgestellt. Organisiert wird diese Ausstellung jedes Jahr von der Künstlergemeinschaft Kap Hoorn ART der »Hafen-Ateliers Kap-Horn-Straße«. Kunstschaffende können sich bewerben und dieses Jahr war ich auch dabei.


wenn die liebe geht
»Wenn die Liebe geht« (2015), Collage und Mischtechnik auf Papier, 60 x 50 cm

» Die schleichende Erkenntnis kommt auf einmal plötzlich. Der Gedanke an Flucht und weglaufen hinterlässt Spuren und zerknüllte Gefühle. Sehnsuchtsvolles Ankommen in einer neuen schillernderen Zeit. Wunschvorstellung oder Selbstbetrug? Die Welt steht Kopf. Undurchsichtige, verschwommene Momente erzeugen bleibende Narben, die das Leben prägen. «


Ein aufregendes Wochenende in einer aufregenden Zeit

Da die Austellung mitten in unsere Umbauphase für unser neues Domizil für Kunst und Leben fiel, kommt dieser kleine Kurzbericht auch erst so spät. Dieses Wochenende war sehr aufregend. Am Freitag wollten wir aufbauen, meine Mentorin und Künstlerkollegin Katja Bröskamp aus Berlin war auch mit von der Partie. Aber der große Baustellenwahnsinn in Bremen diesen Sommer hatte schon zugeschlagen und sie war »Lost in Umleitung«. Mit Hilfe meiner mobilen Navigation in Echtzeit (ein Glück habe ich Flatrate) konnte ich sie glücklich durch die Innenstadt nach Gröpelingen lotsen. Wir haben es tatsächlich geschafft vor dem Dunkelwerden 30 (in Worten: dreißig) Stahlnägel in eine Bunkerbetonwand zu zimmern, um unsere Arbeiten wirkungsvoll zu platzieren.

Die vier Jahre Bildhauern tragen Früchte. Wer blauen Alabaster bezwingen kann wird auch mit Bunkerbeton fertig und ich habe mich gefreut Katja helfen zu können ihre Installation von 27 Portraits gut in Szene zu setzen. Meine drei Bilder waren ja fix gehängt.

Samstag und Sonntag gab es dann viel Besuch. Der Bremer Bürgermeister hat die Ausstellung eröffnet und gleich ehrlich zugegeben, dass er noch nie vor Ort war und gar nicht gewußt hat, dass es diese Ausstellung überhaupt gibt. Das soll sich aber ändern, da er sehr beeindruckt war. Mal sehen, ob er etwas für die Bremer Kunstszene tun wird.


offen mischtechnik
»Offen!« (2015), Collage aus Zeitung, Seidenpapier und Klebeband, Mischtechnik mit Acryl, Graphit, Ölkreide und Kohle auf Leinwand, (80 x 100 cm)

» Der Riss in der Leinwand. Zufall oder Absicht? Akzeptieren oder vertuschen? Schmerzhafte Wunde oder Chance auf Durchblick? Die alltägliche Zerrissenheit, in der Träume mit Zwängen konkurieren, zeigen Gegensätze auf, die vielleicht keine sind. Das Tolerieren von Ungewohntem bereichert mit neuen Facetten, die sonst nie erlebt werden können. «


Das erste Mal in einem Katalog abgedruckt

Dieses Maiwochenende war wettertechnisch ein Gedicht. Warm, strahlender Sonnenschein, eigentlich das bestes Wetter für einen Picknickausflug oder ähnliches. Aber trotz des schönen Wetter riss der Besucherstrom nicht ab. Es wurden viele spannende Gespräche geführt, nette Kolleg_innen kennengelernt und ich habe wieder Ausstellungserfahrung gesammelt … und bin das erste Mal in einem Ausstellungkatalog MIT Werk abgedruckt. *Stolz*

Eine Auswahl Ausstellungsimpressionen:


Einhorn
»Das letzte Einhorn« (2015), Aquarell und Acryl auf Gesso beschichtetem Papier, 60 x 50 cm

» Glaube nur das, was du siehst. Nur das, was du mir zeigst, will ich sehen. Das ist mir zu wenig. Ich schließe die Augen und sehe andere Dimensionen, immer wieder. Ich will meine Augen nicht verschließen aber ich pflege sie für Dinge, die meinem Blick sonst verschlossen blieben. «


Auch abseits der Ausstellung sind Formen von Kunst zu finden

Die Ausstellungshalle ist im Obergeschoss einer ehemaligen Brandweinfabrik beheimatet, in der sich auch die Atelierräumlichkeiten der Künstlergemeinschaft befinden. Abseits der ausgestellten Kunst, in Nischen, Ecken oder auf dem Fußboden findet auch eine Form von Kunst statt, die man manchmal erst auf dem zweiten Blick sieht.

Am Ende diesen Wochenendes waren wir platt, hatten runde Füße, Durst, waren müde … würden es aber wieder tun … vielleicht nächstes Jahr.