Alabaster

In diesem Jahr 2018 habe ich meine dritte Alabasterskulptur fast beendet. Sie benötigt »nur« noch die Endpolitur und dazu komme ich momentan irgendwie nicht. Diese Skulptur hat wegen unseren Umbau/Umzugsarbeiten und meiner Firmenneugründung sowieso sehr viel Zeit in Anspruch genommen.

Die langen Zeiten zwischen einzelnen Arbeitsabschnitten hatten Folgen. Eigentlich war es geplant, dass die Skulptur aufrecht stehen soll. Da habe ich aber nicht mit dem Eigenleben meines Steins gerechnet. Auf einmal will das gute Stück liegen.

Manchmal möchte ich mich auch hinlegen … also gönne ich dem Stein seine neue Ausrichtung.

Es stehen noch einige Feil- und Schleifarbeiten an … und ich nehme immer wieder den Meißel zur Hand und schlage doch noch Teile des Steins weg. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich bei diesem Exemplar sehr kritisch bin.

Am Anfang stand der gewünschte Durchbruch

Einen Durchbruch zu erlangen kann man vielschichtig deuten. Ich wollte bei meiner aktuellen Alabsterskulptur endlich komplett durch den Stein hindurcharbeiten und eine Öffnung, einen Durchbruch schaffen. Aber der Stein lässt das nicht zu.

Dieser Stein birgt viele Überraschungen. Erst lag er orange-erdfarben vor mir und als ich ihn begann zu bearbeiten entpuppte er sich als schneeweiße Schönheit. Und er ist ganz zart und weich. Was man ja nicht von jedem Stein behaupten kann. Jedenfalls ist er für mich wie Balsam auf meine hartgeplagten Bildhauerarme und Hände.

Mein letztes Kunstwerk war ein blauer Alabaster und an seiner Härte habe ich mir fast die Zähne ausgebissen (aber war anschliessend in der Lage auf der Kap Hoorn-Ausstellung jede Menge Nägel gerade in eine Bunkerbetonwand zu zimmern).

Dieser Stein wird also noch nicht mein Durchbruch sein, dafür ist er zu klein und zu weich. Ich muss ihn mit dem Meißel auch sehr vorsichtig bearbeiten. Wahrscheinlich werde ich ihn ab jetzt nur noch mit der Feile formen. Das dann aber bis er ganz dünn ist … so ist der Plan.

Das gute Stück ist auch schon in unser neues Domizil mit umgezogen und wartet darauf endlich weiterbearbeitet zu werden. Und nicht nur er wartet darauf, ICH auch. Sobald ich einen klitzekleinen Lichtstreif am Horizont sehe, bin ich sofort bei Rosa in der Werkstatt. Ich hätte nicht gedacht, dass unser Umbau/Umzug so aufwändig ist.

Rauh wird langsam glatt

Hin und wieder bin ich letzten Sommer und Herbst 2017 von der Baustelle in Rosas Bildhaueratelier geflüchtet, um mich wenigstens bildhauerisch einmal wieder künstlerisch zu betätigen. Einen Pinsel habe ich im letzten Jahr nur für Wandfarbe in die Hand genommen. Das wird sich dieses Jahr ändern, jedenfalls habe ich das fest vor.

Bis dahin kämpfe ich tapfer mit meiner dritten Alabasterskulptur und freue mich über das Licht, was langsam immer deutlicher durch den Stein scheint. Es gehen aber noch einige Stunden ins Land bis diese Skulptur vollendet ist.

Der Unterschied vom Ursprungsstein zum 3. Arbeitsstadium ist schon deutlich erkennbar.

Ausgestellt wurde diese Skulptur »in Bearbeitung« auf der creARTour 2018 und 2019 in der Samtgemeinde Hambergen.